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Die Pohlstraße
Vom Gelände des Gleisdreiecks bis hinüber zu den großen Möbelgeschäften verläuft eine relativ ruhige, von der viel befahrenen "Potse" durchschnittene Seitenstraße: die Pohlstraße.

Vor Cafés im westlichen Teil dieser schon fast idyllischen Straße sitzen Gäste aus dem Kiez, und am verkehrsberuhigten "Knick" zur Kluckstraße plauschen Senioren im Nachbarschaftstreff, während andere die großen Schachfiguren aus dem Integrationszentrum gegenüber zum Straßenschach benutzen.

Wo am östlichen Straßenende die Hochbahn ein Wohnhaus durchschneidet und in den Untergrund abtaucht, hat sich ein ganz eigenes Leben unter den U-Bahn-Bögen eingefunden: Da werkeln Künstler in ihren Ateliers, ein Bandoneonbauer versorgt seine weltweite Kundschaft von hier aus, eine Metallwerkstatt bietet ihre Dienstleistungen an und Jugendliche treffen sich in der "Pohl 11". Das vor den Bögen gelegene Beach-Volleyball-Feld hat auch schon Kiezgeschichte geschrieben: Von hier aus haben sich die Spieler des "Tiergarten International Sport Club TISC 99" bis zur Oberliga heraufgespielt.

So hübsch und anwohnernah war es nicht immer: Die Leute längs der Straße litten lange Zeit unter dem "Freier-Such-Verkehr" des Straßenstrichs, durchschnittlich 700 Autos in der Nacht fuhren um die Häuser. Erst nach Protesten der schlafgestörten Anwohner entstand nach und nach das heutige Ambiente – heute stört nur noch manchmal der Lärm spielender Kinder. Willkommen sind die Kleineren aber auf dem neuen, nach Anwohnerwünschen gestalteten Spielplatz an den U-Bahn-Bögen: Wo früher Gestrüpp, Baumaterial oder Altmetall ein trauriges Dasein fristeten, laden heute Buddelkisten und Spielgeräte zum Klettern, Planschen, Sandburgenbauen und Ähnlichem ein.





