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Ein neues Café in der Lützowstraße


Die Literatur und die Cafés, sie gehören zusammen, seit Geschichten aus den großen Städten erzählt werden. Darinnen tauchen sie auf als Bühnen der Gesellschaft, als Ausdruck ihres Geschmacks, ihres Stils, ihrer Moden und Trends, oder als Schauplätze der Begegnungen.

Zu Zeiten waren sie Treffpunkte der Literaten, in denen die einen gedichtet, andere diskutiert haben, und wieder andere eine willkommene Gelegenheit fanden, der Arbeit aus dem Wege zu gehen. Mal war dieses Café der Mittelpunkt der Welt, mal jenes.

Mag die Wirklichkeit auch damals schon profaner gewesen sein, als die Vorstellung, die wir uns heute von ihr machen, aber mitten in der Stadt einen Platz an der Sonne einnehmen, vor sich ein gutes Buch und ein erfrischendes oder ein aromatisches Getränk – das klingt heute mehr denn ja nach Oase, nach Pause, nach Ruhepunkt im sich immer weiter beschleunigenden Lauf der Welt.

Der Stadtteilbibliothek in der Lützowstraße wird derzeit ein Pavillon angebaut, und in und um diesen Pavillon herum könnte ein solcher Ort entstehen, ein Gartencafé, für das das Quartiersmanagement einen geeigneten Betreiber sucht. Anfang Juli soll das Interessenbekundungsverfahren ausgeschrieben werden. Möglicherweise könnte im August schon eine Entscheidung getroffen werden und, wenn alles gut geht, im September der Laden öffnen.

Grundsätzlich ist dem QM natürlich jedes überzeugende Konzept willkommen. Überzeugend wird ein Konzept sein, das sich auf die Umgebung mit all ihren Chancen einlässt. Bisherige Überlegungen gingen von einem Betreiber aus, der nicht nur mit der Bibliothek kooperiert, sondern auch mit den anderen Einrichtungen aus der Nachbarschaft, wie den Schulen und den Jugendtreffs und der auch Raum und vielleicht Veranstaltungen bietet für Familien mit Kindern. Eine Saufstation soll es auf keinen Fall werden, eine Sozialstation aber auch nicht. Lesungen zu veranstalten, liegt nahe, vielleicht auch Märchenlesungen, und die vielleicht nicht nur für Kinder, vielleicht sogar mehrsprachig, vielleicht aus tausendundeiner Nacht, vielleicht, ja, vielleicht macht man auch etwas ganz anderes.

Auf jeden Fall soll es eine Erfolgsgeschichte werden aus der großen Stadt Berlin, eine Geschichte aus Tiergarten, die man sich dereinst gerne erzählen wird.

text: BuM (QB 23)