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Acht Menschen - acht Erfahrungen: Rückblick auf ein Jahr ABM-Arbeit im Kinder- und Jugendteam
Acht ABM-Kräfte haben die Arbeit des Kinder- und Jugendteams von Juni 06 bis Mai 07 unterstützt. Sie gaben uns einen Einblick in ihre Erfahrungen und Gedanken.
Bülent Korkmaz fand seine Zeit im Jugendzentrum Pohlstraße 11 sehr spannend. Aber er musste ein dickes Fell entwickeln, um die Arbeit machen zu können. Bülent machte die Erfahrung, dass sich die Jugendlichen - meist arabischer Herkunft - oft nicht an Regeln halten können. Es fällt ihnen schwer, Autoritäten zu akzeptieren und fremde Ideen anzunehmen.
"Die Jugendlichen mögen es gar nicht, wenn man ihnen zu viele Fragen stellt" erzählt Bülent. Sein Interesse für das Leben der jungen Menschen kam nicht so gut an wie er gedacht hatte.
Schwierig fand Bülent auch, dass viele nicht die Ausdauer hatten, sich längere Zeit mit einer Sache oder einem Thema zu beschäftigen. Ganz anders war das in der Zeit der Fußball-WM. In diesem Monat genoss Bülent die veränderte Atmosphäre; auch das plötzliche Miteinander von Jugendlichen, die sich sonst nur beschimpften. "Menschen können sich ändern, und gerade die, von denen man das am wenigsten erwartet" sagt er.
Spannende Erfahrungen in ihrer Zeit beim Kinder- und Jugendteam hat auch Bahar gemacht. Sie war bei den Mädchen sehr beliebt und entwickelte schnell eine gute Vertrauensbasis.
Bahar entdeckte vor allem ihre Fähigkeiten als Projektmanagerin. Sie war äußerst kreativ und entwickelte neue Ideen wie die eines Kochkurses oder Tanzkurses. Sie verstand es aber auch, Projekte zu koordinieren und ließ sich selbst im größten Stress nicht aus der Ruhe bringen.
Auch Ernst kam in seiner Zeit als Mitarbeiter gut mit Druck klar. Von Anfang an fand er seine Arbeit in der Fahrradwerkstatt toll und schaffte es - oft mit Hilfe der Kinder - bis zu vier Fahrräder an einem einzigen Tag zu reparieren. Ein guter Schnitt!
Ernst liebt es, zu werken und zu hantieren und entdeckte beim Kinder- und Jugendteam seine Leidenschaft für das Reparieren von Fahrrädern. Auch wenn das eine oder andere Teil fehlte: Er wusste sich immer zu helfen und fand für jedes Problem die passende Lösung. Es scheint, als hätte Ernst seinen Platz im Berufsleben gefunden. Am liebsten würde er in der Fahrradwerkstatt bleiben und seine Stammkundschaft weiter betreuen.
Auch Guido verbrachte ein halbes Jahr in der Fahrradwerkstatt des Kinder- und Jugendteams. Anders als Ernst, ist Guido handwerklich nicht so geschickt, lernte aber sehr schnell, seine Arbeit zu bewältigen. Dabei war ihm Ernst eine große Hilfe, und beide wuchsen zu einem perfekten Team zusammen.
Guido machte die Erfahrung, dass die Arbeit in der Fahrradwerkstatt ganz andere Fähigkeiten erfordert als Büroarbeit. Obwohl er sich anfangs nicht sicher war, ob es das Richtige für ihn sein würde, hatte Guido am Ende richtig viel Spaß und meisterte die Herausforderung bestens.
Viel Fleiß legte auch Engin an den Tag, der sich besonders dafür engagierte, dass im Jugendteam neue Dinge entstanden. Er organisierte zahlreiche Aktivitäten wie schwimmen, Fußball spielen, Kinobesuche oder die Renovierung des Mädchenbogens. Sehr schnell schaffte Engin es, sich das Vertrauen der Jugendlichen zu erkämpfen.
Oft fühlte sich Engin wie ein Schiedsrichter, der die Dinge laufen ließ, solange sie fair blieben. Manchmal musste er aber auch eingreifen und versuchte, Konflikte zu lösen. Irritiert war Engin von der Erfahrung, dass manche Jugendliche sehr hilflos sind und teilweise banale Dinge des Alltags nicht so einfach bewältigen können. Ihnen half er, das nachzuholen, was die jungen Menschen in ihrem Elternhaus nicht gelernt hatten.
"Man muss vieles mit Humor nehmen, sonst kann man diesen Job nicht machen", sagt er und denkt gerne an seine Zeit beim Kinder- und Jugendteam zurück.






