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Februar 2006: Boulevard der Bänke - Wir gestalten unsere Straße - ausführliche Beschreibung


Gemeinsam den Stadtteil schöner machen: Unterschiedlich gestaltete Steinbänke sollen als künstlerischer roter Faden die Potsdamer Straße durchziehen – das Interesse am Projekt ist groß.

Entlang der Potsdamer Straße soll ein "Boulevard der Bänke" entstehen. Ziel des Projektes ist es, die beiden zurzeit sozial- wie architektonisch heterogenen Teile der Potsdamer Strasse (diesseits und jenseits des Landwehrkanals) zu verbinden und damit dieser Verkehrs- und Lebensader Berlins ihre kulturelle Identität wieder zu geben.
Ihre Gestalt geben dieser Verbindung individuell (aber nach gleichem Grundmuster) hergestellte Granitbänke als betont urbanes Element des Straßenlebens einer Metropole. Der "Boulevard der Bänke" soll nicht nur der Förderung des Standortes Potsdamer Straße dienen, sondern auch den gesamten Stadtteil mit seinen leider noch vorhandenen sozialen Brennpunkten aufwerten und sowohl für Bewohner als auch für Gewerbetreibenden attraktiver machen.

Die Natursteinbänke (Eigengewicht ca. 600 kg) haben ein einheitliches Maß und ruhen auf einer Stahlplatte mit Edelstahlfüßen. Die Seitenflächen der Natursteinbänke haben eine Höhe von 30 cm und können in einem Flachreliefverfahren individuell entsprechend den Wünschen oder aber auch nach eigenen Entwürfen der Projektbefürworter und –beteiligten künstlerisch gestaltet werden.

Die Projektidee bietet allen Akteuren (Anwohnern, Gewerbetreibenden, Institutionen) die Möglichkeit, im Rahmen einer gemeinsamen künstlerischen Aktion ihrem Stadtteil ein einzigartiges Gesicht zu geben.
Die Gestaltung der Natursteinbänke soll einen Bezug zwischen der Identität der Akteure und der Straße herstellen, so kann vor dem TAGESSPIEGEL eine Bank mit gestapelten Zeitungen, vor der Staatsbibliothek eine Bank mit Büchern, vor der Philharmonie eine Bank mit Instrumenten und vor dem türkischen Gemüseladen eine Bank mit Gemüse und der Bosporusbrücke aufgestellt werden.

Es haben sich bereits etwa 120 Gewerbetreibenden, Institutionen, Kliniken, Kirchengemeinden und Eigentümer der Projektidee "Boulevard der Bänke" (Wir gestalten unsere Straße) angeschlossen (u.a. Deutsche Bank, Der Tagesspiegel, Elisabeth-Klinik, Thyssen/Krupp, Staatsbibliothek zu Berlin, Stiftung St. Matthäus, Stadtteilverein Tiergarten e.V., das Landesarbeitsgericht Berlin). Von der Politik auf der Senats- und Bezirksebene haben wir auch positive Signale erhalten.

Der künstlerische Grundstein des Projektes wurde vom Steinbildhauer Ugur Özbay (Atelier UR-ART) gelegt. Die aktuelle Phase des Projektes (Projektentwicklung - LOS-Projekt "Förderung der Identität und Vernetzung in Tiergarten-Süd) wird im Rahmen des Bundesmodellprogramms "Lokales Kapital für soziale Zwecke" unterstützt und in Kooperation mit dem Quartiersmanagement Magdeburger Platz durchgeführt.

Wir stehen Ihnen für Ihre Fragen jederzeit zur Verfügung und würden uns über einen kurzfristigen Termin für ein persönliches Gespräch zur Vorstellung unseres Projektes sehr freuen.

Ugur Özbay, Künstlerischer Leiter (tel. 25 35 83 24, Atelier UR-ART)
Michael Klinnert, Projektleiter, QM Magdeburger Platz (tel. 23 00 50 23)
Dr. Daria Barow-Vassilevitch, Projektkoordinatorin (tel. 23 00 50 23)

text: Özbay/Barow-Vassilevitch; fotos: Özbay