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Neubauten an der Pohlstraße: Freiflächen an den U-Bahn-Bögen fallen weg

Wo bislang in den warmen Monaten Kindergeschrei, Steinklopfen und Holzsägen von Bildhauern oder fröhlicher Lärm von Festen zu hören war, wird in diesem Jahr eine Baustelle für Hintergrundrauschen sorgen: Die Grundstücke vor den U-Bahn-Bögen mit Jugendtreff, Mädchentreff, Handwerkern und Künstlerateliers werden bebaut, die Freiflächen vor den Bögen fallen weg.

Zum Jahresende 2010 war die Nutzung der Freifläche gekündigt worden, in der ersten Januarwoche fand die offizielle Übergabe an den Berliner Liegenschaftsfonds statt. Noch bis Ende Februar, vielleicht bis März duldet der Vermieter die Nutzung, dann ist Schluss.

Das bedeutet das Aus für den Beachgarden, die Unterstände der Künstler aus den Bögen, die Außenanlagen mit dem gemauerten Grill, auch für die Beete und den kleinen Garten im hinteren Bereich Richtung Dennewitzstraße.
Es wird also auch kein traditionelles Quartiers-Sommerfest mehr an den Bögen geben wie in den vergangenen Jahren, und auch die Vermietung der Bögen für Familienfeste oder Feiern von Vereinen in den Jugendbögen wird zurück gehen, wenn die attraktive Freifläche fehlt.

Die Jugendbögen sind dann nicht mehr von der Straße aus, sondern nur noch über den Hof hinter den Bögen zu betreten – und dieser Hof liegt zu den angrenzenden Wohnhäusern hin. Hier ist wichtig, dass die Anwoner nicht durch Lärm belastet werden, vor allem abends oder nachts bei Feiern.
Eine Möglichkeit wäre, den kleinen Vorplatz vor dem Mädchenbogen (rechts vom Durchgang) schöner zu gestalten: eine Sitzgelegenheit zum Rumlümmeln wäre eine gute Sache.

Noch für ein Jahr bleibt aber das Fußballfeld auf der gegenüberliegenden Straßenseite: Das Jugendamt zahlt die Miete dafür, ein großes Plus für die Kinder und Jugendlichen. Vielleicht kann dort auch die ein oder andere kleine Sommerfeier im Rahmen der Jugendarbeit stattfinden. 

Was ist geplant?

Auf den Grundstücken vor den U-Bahn-Bögen werden drei Wohnhäuser im Bauherrenmodell entstehen. Das heißt, dass sich einzelne Bauherren zusammgen getan haben, um hier gemeinsam ein ganzes Haus zu bauen, in dem dann ihre Eigentumswohnungen liegen.
Hinter den Häusern (also zu den Bögen hin) entsteht eine schmale gestaltete Freifläche.

Wie geht es weiter?

Die Freiflächen direkt an den Bögen mit all ihren Möglichkeiten fallen weg. Parallel dazu entsteht aber jenseits der Flottwellstraße der neue Gleisdreieck-Park – und mit der Eröffnung des Westparkt gibt es neue Freiflächen im öffentlichen Bereich. Ob die einen gewissen Ersatz bieten, wird sich zeigen.

Auch wenn durch die Bebauung eine bislang etwas schmuddelige Ecke im Quartier mit umbelebten Ecken, an den Straßenrand geworfenen alten Möbeln und einem gewissen Gruselfaktor abends und nachts belebter wird: Für die Jugendarbeit und die Künstler ist die Entwicklung sehr schade.  

text: wolk