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Gelungener Dialogtisch zum Thema „Meine Schule im Quartier - Schüler, Eltern, Erzieher und Lehrer sprechen miteinander“
Was macht „unsere“ Schule, die Allegro-Grundschule aus? Was ist positiv, wo könnten noch Verbesserungen greifen, wie könnte die Schule mit ihren tollen Angeboten sich vielleicht noch stärker mit dem Kiez verzahnen?
Darum und um weitere Fragen rund um die im vergangenen Jahr aus Grips- und Fritzlar-Homberg-Grundschule fusionierte Allegro-Grundschule ging es beim Dialogtisch am 3. November 2011 im Rahmen der Tage des interkulturellen Dialogs. Eingeladen hatten das Interkulturelle Netzwerk im QM-Gebiet Magdeburger Platz und die Allegro-Grundschule.
Ein Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern – den KlassensprecherInnen der 4. bis 6. Klassen – hatte schon am Vortag stattgefunden. Von den "Startschwierigkeiten" mit den jeweils neuen Mitschüler/innen direkt nach der Schulfusion war überhaupt nicht mehr die Rede. Gut finden die Kinder, dass es Leseprojektwochen und viel Musikunterricht gibt, sie mögen den Computerraum und die großen Spielplätze und hätten sogar gern noch mehr Lesen und mehr Lehrer und Erzieher. Der Verbesserungsbedarf hält sich in Grenzen: So lange sich die Wünsche neben sauberen Toiletten und mehr Schulbüchern haptsächlich auf späteren Schulbeginn, längere Pausen oder weniger Hausaufgaben beziehen, scheint die Schul-Welt ziemlich in Ordnung zu sein ...
Über die Einschätzung der Kinder ließen sich die etwa 20 erwachsenen Teilnehmer/innen berichten.
Eltern, Lehrer/innen und Erzieher/innen stellten den „externen“ Interessierten in der Runde bei bei FiPP e.V. die Allegro-Schule mit ihrem Musik- und Leseprofil vor und erzählten über gelungene Angebote und die angenehme Atmosphäre vor Ort.
Allerdings seien einige Eltern schwer ansprechbar, so die Erfahrung aus dem Kollegium. Teils liege das an Sprachproblemen oder auch an kulturell begründeten Widerständen von Eltern – noch sei die Angst vor dem Fremden nicht in Neugierde auf Unbekanntes umgeschlagen. Das betreffe aber auch von hier stammende Familien und sei eher davon abhängig, wie bildungsnah oder -fern die Mütter und Väter seien.
Vielleicht sollte man den Eltern mehr Anlässe geben, einander zu treffen und sich auszutausche, so eine der Anregungungen aus der Diskussionsrunde. Das könnte in Elterncafés ebenso stattfinden wie bei parktisch orientierten Sprach-, Näh- oder Kochkursen, oder wenn Eltern in die Organisation von Sommerfesten oder als Helfer beim Renovieren eingebunden würden. Ein Besuch der Lehrer/innen zuhause in den Familien scheitert wohl am zu geringen Zeitkontingent, aber vielleicht könnten ja auch Außenstehende als „Elternbegleiter“ oder „Mittler“ fungieren.
Die Schule sollte sich dem Quartier gegenüber noch stärker öffnen, das war ein weiteres Thema. Die Ideen dazu reichten von einer „Charme-Offensive Allegro-Grundschule“ (ähnlich der gelungenen "Charme-Offensive Potsdamer Straße") über die Einrichtung eines Schul-Blogs im Internet bis zu Konzerten des Schulorchesters an der Potsdamer Straße. Eltern könnten bei der Suppenkücher der Zwölf-Apostel-Gemeinde mitmachen, Tage der offenen Tür und weiterhin die Beiteiligung der Schüler/innen an der Fête de la Musique das ihrige beitragen.
Die Diskussionergebnisse führten die Mitwirkenden zu vier Botschaften zusammen:
- „Ein Kind zu erziehen, bedarf es eines ganzen Dorfes“ (afrikanisches Sprichwort): für die Öffnung der Schulen braucht es die Unterstützung durch die Öffentlichkeit ihres Stadtteils.
- „Es braucht eine echte Erziehungs- und Lernpartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus“: Damit Schulen erfolgreicher arbeiten können, muss noch stärker versucht werden – auch mit Unterstützung von außen - die Eltern zu erreichen und einzubinden.
- „Wir müssen weg von den Defizit- und Problemdiskursen hin zur Betonung des Potentials und der Chancen kommen“: Zuschreibungen wie „Migrationshintergrund“, „ethnische Herkunft“, „Bildungsferne“ oder „Bildungsnähe“ sollten vermieden werden. Dagegen sollten die sprachliche und kulturelle Vielfalt als wichtige Ressource für die SchülerInnen erschlossen werden; dies umso mehr vor dem Hintergrund einer sich „globalisierenden“ Welt.
- „Viele Schulen mögen besser sein als es ihr Ruf in der Öffentlichkeit erscheinen lässt“: An vielen Schulen wird engagiert gearbeitet – und dies trotz größtenteils zu geringer personeller und finanzieller Ausstattung. Die LehrerInnen und ErzieherInnen haben auch Anerkennung verdient. Der Gesellschaft muss die Bildung unserer Kinder viel mehr wert sein, als es aktuell der Fall ist.







