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Historie im Kiez: Das Café Einstein


Als im Jahre 1980 in der Villa Kurfürstenstraße 58 das Café Einstein eröffnete, begann sich in Berlin nicht nur ein neuer Restauranttyp durchzusetzen, es wurde nach der zuvor abgeschlossenen Renovierung der Villa auch wieder erahnbar, welch vornehmen Charakter das Kielganviertel einst hatte.
 
Einst, das war zunächst die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seinerzeit ließen sich Fabrikanten, Händler und Bankiers mit Vorliebe Villen bauen, die einerseits nahe am Zentrum der Stadt, andererseits aber auch im Grünen lagen. Der Rand des Tiergartens war das große Angebot.
So ließ sich der Fabrikant Gustav Rossmann diese Villa im Stile der italienischen Renaissance bauen. Noch heute lässt sich an den aufwendigen Holzverkleidungen im Inneren der Geschmack der damaligen Zeit studieren.
 
Einst, das waren aber auch die berühmten 20er Jahre. Als ganz in der Nähe am Nollendorfplatz manch eine Sally Bowles im durch den Film "Cabaret" berühmt gewordenen Kit-Kat-Club für den Glanz sorgten, der das Elend verdeckte, wohnte in dieser Villa in der Kurfürstenstraße einer der größten Stars des Stummfilms: Henny Porten.
 
In einer Stummfilmreihe auf einer Leinwand an den U-Bahn-Bögen in der Pohlstraße 11 wird in diesem Sommer auch Henny Porten wieder zu sehen sein. Initiiert wurde die Reihe von dem Pianisten Stephan Graf von Bothmer, der die Filme auch musikalisch begleiten wird.


text/foto: BuM (QB 29)