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Historie im Kiez: Das "Hansa-Haus des Westens"

Diesem 1910 bis 1911 gebauten Geschäfts- und Bürohaus sieht man noch an, welch anspruchsvolle großstädtische Geschäftsstraße die Potsdamer Straße einst war. Die vornehme gegliederte Sandsteinfassade mit einem Dachgeschoss über einem ausladenden Kransgesims mit Balkenfries schuf der Architekt und Bauunternehmer Kurt Berndt für den Kaufmann und Weinhändler Ernst Ullmann. Möglicherweise in Anlehnung an das wenige Jahre zuvor eröffnete KaDeWe nannte er seinen Neubau "Hansa-Haus des Westens".
Ullmann selbst führte unten sein Geschäft, nutzte die erste Etage als Lagerräume und vermietete die oberen Stockwerke als Büroräume. Das Haus galt als ein besonders modernes und komfortables Bürohaus, war es doch mit Zentralheizung, Personen- und Lastenaufzug, elektrischer Beleuchtung und Fernsprechanschluss ausgestattet, alles Dinge, die seinerzeit, hätte man sich sprachlich so benommen wie heutzutage, als High-Tech bezeichnet worden wären.
1953 bezog Der Tagesspiegel das Gebäude und nutzte es als Verlagshaus. Zur Zeit steht dieses unter Denkmalschutz stehende Bürohaus teilweise leer.






