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Januar 2005: Fußballfeld in Gefahr!


Weihnachtsgeschenk der unliebsamen Art: Zum 22. Dezember wollte der Berliner Liegenschaftsfonds überraschend den Mietvertrag für das beliebte Fußballfeld an der Pohlstraße 11 kündigen – nun gibt es Gerangel um die weitere Nutzung.

Einer der Leidtragenden eines Schildbürgerstreichs der besonderen Art ist der Mieter der Halle hinter dem Fußballfeld an der Pohlstraße 8 – 16 gegenüber den U-Bahn-Bögen: Er hat zwar ein Grundstück, aber von diesem Grundstück führt keinerlei Weg zur nächsten Straße...

Gelackmeiert sind jetzt aber auch die Jugendlichen aus dem Kiez, die die ganze Saison über auf dem Fußballfeld gegenüber dem Treff Subway bolzen oder nebenan grillen und BMX-Rad fahren: Denn was liegt erst mal näher, als die Zufahrt vom Grundstück zur Pohlstraße über genau diese Fläche zu führen – so zumindest scheint die Argumentation des Liegenschaftsfonds, der Berliner Grundstücke verwaltet, zu laufen.

Mit welcher Gutsherrenart der Liegenschaftsfonds vorgehen würde, damit hatte wahrlich niemand gerechnet: In einem Schreiben an den Stadtteilverein Tiergarten, der für die Jugendarbeit und auch die Baumaßnahmen am Platz und auf der Straße davor verantwortlich ist, wurde die Räumung des Geländes kurz vor Weihnachten binnen fünf Tagen gefordert. Im Klartext: Fußballfeld, Ballfangzäune, Palisaden, gemauerte Sitzmöglichkeiten, Grill, BMX-Hügellandschaft – das alles sollte völlig überraschend Futter für den Bagger werden, und zwar zackig.

Doch ganz so schnell ging es dann glücklicherweise doch nicht: Das Gelände ist in Gefahr, noch ist nicht klar, wie das Gerangel um Grundstücksgrenzen, Nutzungsmöglichkeiten und Zufahrtswege ausgehen wird.

Was jedoch auch klar ist, ist Folgendes:
Die bezirkliche Jugendförderung wird in einer Stellungnahme gegenüber dem Liegenschftsfonds darlegen, dass der Platz für die Jugendlichen im Kiez unverzichtbar ist.
Auch eine Vertreterin des Stadtplanungsamtes war am 4. Januar in der Pohlstraße, um sich die Lage vor Ort anzusehen. Nun wird sie Einsicht in die Grundstückspläne des Katasteramtes nehmen und versuchen, erst einmal Klarheit in den plötzlichen Wirrwar bezüglich der geltenden Bestimmungen für das Gelände zu bringen.
Mal ganz davon abgesehen, dass weder die Anwohner noch die Stadtplaner glücklich über eine geplante Lieferzufahrt im verkehrsberuhigten Bereich sein dürften...

Hinter den überraschenden Streitigkeiten um das Fußballfeld und seine Nebenanlagen steckt eine Posse, die sich eher nach einem schlechten Film als nach durchdachter Planung anhört – Näheres dazu lesen Sie HIER.

text: wolk