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März 2004: Kein Geld, aber viel zu tun - die Stadtteilmediation Tiergarten/Süd


Die Bekanntheit der Stadtteilmediation bei Ratsuchenden und bei den Medien steigt – doch rein ehrenamtlich ist die Arbeit kaum mehr zu bewältigen.
 
Seit die Stadtteilmediation Tiergarten/Süd im August vorigen Jahres ihre eigenen Räume an der Kurfürstenstraße bezogen hat, ist die Bekanntheit der Einrichtung stetig gestiegen: Gerade in der letzten Zeit sind Radio und Fernsehen zunehmend aufmerksam auf das Streitschlichtungsprojekt geworden.

So gab die Initiatorin der Projekts Christa Schäfer kürzlich ein Interview für den Berliner Rundfunk 91,4; Kabel 1 möchte über die Mediation einen Beitrag drehen und schon vor einiger Zeit nahm sich das rbb-Ausbildungsteam der für Berlin neuen Methode in einem Video an.

Dass da auch die Zahl der Fälle, die die MediatorInnen betreuen, seit diesem Jahr massiv zugenommen hat – wen wundert´s?

Menschen von 18 bis 80 suchen hier Rat, und oft sollen die Mitarbeiter Streit um Kinderlärm, Beleidigung oder Handgreiflichkeiten zwischen Nachbarn schlichten. Auch die Polizei vor Ort und das Bezirksamt sind inzwischen auf diesen Service aufmerksam geworden: Nicht selten werden Streitende von diesen Stellen zu den Vermittlern geschickt.

Es gibt so viel zu tun, dass die Arbeit von der Projektleiterin und den ehrenamtlich arbeitenden NachbarschaftsmediatorInnen nicht mehr zügig und in gewohnten Bahnen geleistet werden kann. Deshalb nehmen sie inzwischen Hilfe an: Auch Mediatoren, die ihre Ausbildung "auswärtig" absolviert haben, sind den Tiergarten-Südlern herzlich willkommen.

Dass es so viele Konflikte gibt, ist natürlich nicht gut – dass jedoch die Stadtteilmediation inzwischen so anerkannt ist und auch gute Erfolge vorzuweisen hat, ist für ein Initiativprojekt wunderbar.

Wäre da nur nicht ein böser Haken: das liebe Geld. Denn auch die Projektleiterin Frau Schäfer arbeitet seit über zwei Monaten ehrenamtlich, und dank Haushaltssperre für "Nullouvert" alleine ein Büro mit Zeitaufwand und Sachkosten offen halten zu müssen - mal ganz abgesehen von der Bearbeitung der Fälle - ist kaum möglich. Bleibt zu hoffen, dass sich das mit der baldigen Aufhebung der Haushaltssperre ändern wird ...

Nichtsdestotrotz: Die MediatorInnen möchten auch weiterhin helfen, Streitigkeiten zu schlichten. Deswegen heißt es wie gehabt:

Streit mit Ihrem Nachbarn? Ärger im Haus? Zoff im Stadtteil?
Wir beraten und unterstützen Sie kostenfrei und kompetent!

Stadtteilmediation Tiergarten/Süd
Dennewitzstr. 34; 10783 Berlin
Sprechzeiten Montag 10 bis 12 Uhr
sowie nach Vereinbarung

tel und fax 23 00 32 39
stadtteilmediation.tiergartensued@berlin.de

Wir bedanken uns bei der WIR Wohnungsbaugesellschaft in Berlin mbH,
die uns die Räume für unsere Arbeit zur Verfügung stellt.
Weitere Informationen zur "Stadtteilmediation Tiergarten/Süd" gibt es HIER.

text: Schäfer/wolk; grafik: Stadtteilmediation