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Mai 2005: Unternehmen als engagierte Partner im Gemeinwesen – das Projekt „Unternehmenskooperation im QM-Gebiet Magdeburger Platz“

 
Partnerschaften zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollen beiden Seiten Vorteile bringen – ein neues Projekt schafft Kontakte und Sponsoringkonzepte für die Kooperationen.

Wie kann ein Unternehmen eine Bibliothek, eine Kita oder gar eine Grundschule unterstützen und selbst noch einen Vorteil daraus ziehen? Und wie können sich soziale Projekte erfolgreich Partner auf Unternehmensseite suchen? – Das Projekt "Unternehmenskooperationen im QM-Gebiet Magdeburger Platz" des Quartiersmanagement bringt beide Seiten zusammen.

Mittelständische, aber auch kleine Unternehmen sind traditionell im Gemeinwesen engagiert: Vier von fünf Mittelständlern setzen sich für wohltätige Zwecke ein.
Sie wissen, dass sie auch unternehmerisch ganz handfest von einem intakten Gemeinwesen profitieren. Bürgerengagement schafft Wettbewerbsvorteile - wie auch die klassischen Aktivitäten in den Bereichen Werbung, Marketing oder Produktentwicklung. Sozialsponsoring trägt mit dazu bei, dass ein Unternehmen besseres Personal findet, dieses stärker an sich bindet oder die MitarbeiterInnen motivierter sind. Und last but not least ist ein schöner "Nebeneffekt" eines solchen Engagements, dass Kunden das Unternehmen oft positiver bewerten.

Diese Effekte waren seit November vergangenen Jahres Ziel des Projekts "Unternehmenskooperationen im QM-Gebiet Magdeburger Platz" - und inzwischen entstanden fünf zentrale Projekte.

In einem ersten Schritt wurden dafür Kooperationen für die Bildungseinrichtungen im Quartier initiiert. Die Bildungsprojekte erhielten bei der unternehmensgerechten Formulierung und Präsentation ihrer Bedarfe, aber auch ihrer Kompetenzen und Gegenleistungen Unterstützung.
Darauf aufbauend wurde ein Sponsoringkonzept für jedes Vorhaben entwickelt, wurden geeignete Unternehmen recherchiert und gezielt angesprochen.
Die auf diese Weise entstandenen Kooperationen wurden im Rahmen des Kooperations-Projekts begleitet und moderiert. So entsteht langfristig eine Situation, in der zwischen den beteiligten Unternehmen und Einrichtungen dauerhafte und selbst gestaltete Partnerschaften entstehen.

Erste Kontakte mit Unternehmen und Wünsche auf Koordinatoren- und Projektseite führten zur Weiterentwicklung von folgenden fünf zentralen Kooperationsprojekten.

> Kooperationsprojekt für Stadtteilbibliothek Tiergarten-Süd:
"Lies mal wieder. Tausendundein neues Buch für die Stadtteilbibliothek"

> Kooperationsprojekt für Kindertagesstätte Bissingszeile:
"MUSIK, SPORT, GARTEN", Zweckgebundenes Marketing mit Kita Logo

> Kooperationsprojekt für GRIPS-Grundschule:
Tag der offenen Tür und Kunstprojekt "Das rote Sofa"

> Kooperationsprojekt für den Bildungsverein Berlin-Mitte:
"Kids Akademie Chamäleon"_Lernen macht mir Spaß

> Kooperationsprojekt für den Stadtteilverein e.V.:
"Attraktive Sportangebote auf dem Beachvolleyball-Feld"

Ziel aller Projekte ist, besondere Bedarfe und aktuelle Problemlagen der Bildungseinrichtungen zu berücksichtigen.

Die wirtschaftliche Situation der kleinen und mittelständischen Unternehmen im Quartier stellte sich wie in ganz Berlin als äußerst problematisch dar. In den meisten Fällen gab es auf Unternehmerseite noch wenige Erfahrungen und kaum Erfolge, einige machten sogar negative Erfahrungen, da eigene Akquise-Aktivitäten zur Kürzung von Zuwendung führen können.

Deshalb wird es bei der Fortführung des Projektes "Unternehmenskooperationen" besonders wichtig sein, Akzeptanz, Umdenkprozesse und Einstellungswandel anzuregen und die Möglichkeiten, die im Sozialsponsoring und im Fundraising liegen können, positiv an die Bildungseinrichtungen und sozialen Initiativen zu vermitteln.
Sowohl bürgerschaftliches Engagement als auch dessen Unterstützung durch kleine und mittelständische Unternehmen könnten so ein lebenswertes Gemeinwesen ermöglichen.

text: Susanne Birk; foto: wolk