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November 2002: Kürbisse, Laternen und Feuerzauber

Wie verbindet man christliches und "heidnisches" Brauchtum, Kerzenlicht und Kürbiskopf, Spaziergang in der Dämmerung und Lagerfeuer-Romantik? Vor diese Aufgabe sehen sich jedes Jahr ErzieherInnen und LehrerInnen, Kinder und Eltern gestellt, wenn die Sommerzeit der Winterzeit und der Oktober dem November weicht.
Denn dann ist die Zeit der Laternenumzüge, der Kerzen und der Beginn der Weihnachtsromantik. Nicht für alle Kinder und bestimmt nicht für alle Eltern ist es selbstverständlich, christliche und frühzeitliche Bräuche, St. Martin und Halloween miteinander zu verbinden.

"Kindern nichtchristlicher Religionen St. Martin zu erklären, ist nicht gerade einfach!" Manuela, Erzieherin in der Kita Bissingzeile, weiß wovon sie spricht, sind doch in einigen Gruppen mehr als achtzig Prozent der Kinder mit christlicher Symbolik und christlichem Brauchtum nicht vertraut. Dazu kommt, dass Halloween - eigentlich irisches, vorchristliches Brauchtum - und Harry Potter, Kürbiskopf und Hexenbesen für die meisten Kinder viel attraktiver sind als die christliche Legende und der traditionelle Laternenumzug.
Rainer Hoffmann, Leiter der Kita Bissingzeile und seine Mitarbeiterinnen haben den Widerspruch so hervorragend aufgelöst, dass Kinder, Eltern und ErzieherInnen ihren Spaß daran haben: Während alle gemeinsam eine "Laternenrunde" durch den nahen Park am Karlsbad drehen, sind einige Jungs und der Kita-Leiter mit "Feuereifer" dabei, die Buchenscheite im Spielhof zum Glühen zu bringen. Und auch die Küche arbeitet auf Hochtouren, damit die Kürbissuppe rechtzeitig zum Anbruch der Nacht fertig ist.

Das große Lagerfeuer ist dann die absolute Attraktion und bei warmer Suppe schmelzen auch die kulturellen Unterschiede bei den Erwachsenen dahin.
Dass die Grenzen zwischen Ramadan und Halloween, Laternenfest und Schabernack dabei verwischen, wird höchstens noch die Traditionalisten berühren - den Hauptpersonen, den Kindern ist das egal, die haben ihre Freude. Vielleicht ist das sogar der beste Weg zur Integration, zum respektvollen Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Lebensauffassungen und -erfahrungen!