Top Themen
Aktuelle Veranstaltungen
Antragsschluss für den Bezirkskulturfonds 2012
Stadttour »Historische Orte sichtbar machen«, Tour II - Von Bahntrassen, Straßen, Wohnhäusern und Brücken
2. Rogate-Konzert: Chor des Brahe-Gymnasiums Jünköpping
Quartier: Interkultureller Kalender 2012
Glauben ist gut – aber Wissen ist besser: Woher stammen eigentlich unsere Winterfeste?
Ab Ende Oktober geht es wieder so richtig los mit der traditionellen Feierzeit, gleich, welcher Religion man angehört. Die rituellen Bräuche sind Alltagsbestandteil geworden und werden gepflegt, auch wenn man nicht wirklich gläubig ist, es gehört einfach dazu. Bei einigen mehr, bei den anderen weniger. Worin aber liegt der Ursprung, was hat es mit dem Brauch auf sich und gibt es vielleicht sogar Gemeinsamkeiten mit anderen Religionen? Wir haben versucht, dieser Fragen ein wenig auf den Grund zu gehen:
Beim christlichen Weihnachtsfest wird die Geburt von Jesus Christus gefeiert und damit die „Menschwerdung“ Gottes. Neben Ostern und Pfingsten ist es eines der drei Hauptfeste des christlichen Kirchenjahres, das bereits mit der Adventszeit beginnt und am Drei-Königs-Tag, dem 6. Januar, endet.
Nach biblischer Überlieferung wurde Jesus in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember in Bethlehem in einem Stall geboren. An diesem heiligen Abend werden in vielen christlichen Gemeinden nach 22 Uhr „Christmetten“ abgehalten. Während in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Heiligabend die Bescherung, d.h. die Übergabe der Geschenke stattfindet, feiern in den übrigen europäischen, wie auch in anderen christlich geprägten Ländern wie den USA oder Australien, die Menschen erst am 25. Dezember den Weihnachtstag. Das orthodoxe Weihnachtsfest (z.B. in Russland, Sochelnik oder Koljadki) findet erst am 6. Januar statt. Um Null Uhr endet für gläubige Menschen in Russland die strenge 40 Tage lange Fastenzeit, in West-Europa ist das der Drei-Königs-Tag. An vielen Hauseingängen findet man daher, oft von als „Sternsänger“ verkleideten Kindern mit Kreide geschrieben, die Abkürzung C+M+B und die aktuelle Jahreszahl. Die Abkürzung erinnert an die heiligen drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar, die Jesus ihre Geschenke überreichen. Gleichzeitig steht sie für „Christus mansionem benedicat“ (Christus segne dieses Haus).
Das wichtigste muslimische Fest ist das Opferfest (Id al-Adha). Es beginnt am zehnten Tage des „Dhul-hiddscha“, des zwölften Monats nach islamischem Kalender und dauert vier Tage (25. bis 28. Oktober). Das Opferfest stellt den Höhepunkt des Haddsch (der Pilgerfahrt) dar. Während des Festes wird ein Tier (Schaf, Ziege, Rind oder Kamel) geschlachtet und ein Drittel des Fleisches an die Armen verteilt. Ein Drittel erhalten die Nachbarn und ein Drittel wird zusammen mit der Familie bei einem Festessen verzehrt. Vor den Feierlichkeiten geht man in die Moschee zum Gebet und anschließend auf den Friedhof, um der verstorbenen Angehörigen zu gedenken. Das Schlachten des Opfertieres findet sich auch im Christentum und in der jüdischen Tora wieder. Gott wollte den Gehorsam Ibrahims (Abrahams) prüfen und befahl ihm, das zu opfern, was ihm am wertvollsten sei. Dies war der Sohn Ismail (Isaak). Als Gott sah, wie ernst es Ibrahim (Abraham) mit dem Opfern war und seine Ergebenheit bewiesen war, ersetzte Gott den Sohn durch einen Widder. Das Kind konnte so am Leben bleiben. Nach der muslimischen Tradition fand diese Begebenheit an der Stelle statt, wo heute der Felsendom in Israel steht.
Das jüdische Chanukka-Fest wird ebenfalls im Dezember, nämlich vom 8. bis zum 16. gefeiert. Dieses Fest geht auf ein historisches Ereignis zurück: Das achttägige Lichterfest (Chanukka) oder Fest der Tempelweihe erinnert an den Sieg der Makkabäer über den syrischen König Antiochus IV und die Wiedereinweihung des Tempels, der vorher von den Griechen geschändet wurde (146 v.d.Z.). Nur ein einziges Fläschchen Öl blieb übrig, das das ewige Licht des Tempelleuchters (Menora) acht Tage lang leuchten lies. Chanukka wird zu Hause mit der Familie gefeiert, die Kinder erhalten Geschenke und Süßigkeiten. Bei einem ausgelassenen Festessen werden meist Speisen serviert, die in Öl gebacken sind, zur Erinnerung an das wundervolle, langlebige Öl.
Übrigens: Der Weihnachtsbaum wurde erst im 15. Jahrhundert eingeführt und ist ein Überbleibsel aus der heidnischen Tradition des Lichterfestes. Auch der Adventskranz (seit ca. 1840) und der Weihnachtsmann (seit dem 20. Jhd.) haben eigentlich keinen christlichen Ursprung.







