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Recep Aydinlar - Neuer QM-Mitarbeiter für Integration

"Der Weg in die Gesellschaft führt über die Sprache. Das ist berlinweit, das ist deutschlandweit das Problem vieler Migranten." Recep Aydinlar lebt seit siebzehn Jahren in Berlin. Seit dem 1. März ist er als neuer Mitarbeiter des Quartiersmanagement Magdeburger Platz zuständig für Fragen der Integration. Noch hat er damit zu tun, die vielen verschiedenen Gruppen und Vereine, die im Gebiet arbeiten, kennen zu lernen, mit den Menschen zu sprechen und zu hören, wo sie die Probleme sehen.
Doch bald schon wird es ihm auch darum gehen, herauszufinden, in welcher Art und Weise sich die Migranten am Leben im Kiez beteiligen können, wie man sie in die Entscheidungen einbeziehen kann. Das ist ihm ganz wichtig. Recep Aydinlar möchte die Kontakte der verschiedenen Gruppen auch untereinander verbessern und sie ermutigen, sich selbst für die Belange des Kiezes einzusetzen. Es ist richtig, sagt er, dass sich das Quartiersmanagement für die Migranten einsetzt, aber dann müsse auch der Zeitpunkt kommen, da die Migranten sich sagen: Das ist mein Kind, ich passe auf, was mit ihm in der Schule geschieht; das ist mein Nachbar, der ist mir nicht egal; das ist auch mein Kiez, ich möchte aktiv am Gemeingeschehen teilnehmen.
"Ich möchte ein Gegengewicht an guten Vorbildern schaffen", sagt er. Bisher sei das Bild von den nicht deutschsprachigen Mitbürgern einseitig geprägt, vor allem von den negativ auffälligen Gruppen. Diese Prägung wirkt in die deutsche Bevölkerung ebenso wie in die Gemeinden, Gruppen und Vereine selbst hinein. Er will, dass auch die anderen sich bemerkbar machen und das Bild ergänzen.
Anfang zwanzig war Recet Aydinlar, als er nach Berlin kam. Zunächst hat er an der Fachhochschule für Wirtschaft Wirtschaftswissenschaften studiert, weil ihn das Phänomen der Globalisierung damals schon interessiert hat. Das war zu einer Zeit, als die Globalisierung noch nicht an allem schuld war und noch nicht für alles herhalten musste. Und es hat ihn schon damals interessiert, die Zusammenhänge der Globalisierung mit dem nationalen Arbeitsmarkt zu durchschauen. Seine Diplomarbeit hat Recep Aydinlar über das Thema Ehrenamtlichkeit geschrieben. Er sei, sagt er, der Frage nachgegangen, ob Ehrenamtlichkeit eine Antwort auf die Probleme am Arbeitsmarkt sein kann.
Er selbst hat, seit er in Berlin ist, immer gearbeitet. Schon während des Studiums war er in einer Jugendfreizeiteinrichtung in Spandau tätig. Und er hat schon immer viel mit Migrantengruppen zu tun gehabt. Jetzt hat er eine neue Herausforderung gesucht und zunächst eine Stellenausschreibung gefunden. Und darüber seinen neuen Job.
Recep Aydinlar ist kein lauter Mann. Leise tastet er sich vor und lotet die Möglichkeiten aus, freut sich, wie er sagt, auf die Zusammenarbeit mit dem Referenten des Bezirksbürgermeisters für Integrationsfragen Wolf Müller und auf die Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeauftragten. Viele Gespräche führen, das wird seine Arbeit sein, immer wieder sprechen und andere miteinander ins Gespräch bringen. Und – das gehört zu jeder Integrationsarbeit – die Sprachfähigkeiten derjenigen, die hier leben wollen, zu fördern helfen. Denn "der Weg in die Gesellschaft führt über die Sprache."






