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Antragsschluss für den Bezirkskulturfonds 2012
Stadttour »Historische Orte sichtbar machen«, Tour II - Von Bahntrassen, Straßen, Wohnhäusern und Brücken
2. Rogate-Konzert: Chor des Brahe-Gymnasiums Jünköpping
Stadtteilentwicklung »Soziale Stadt«
Nach mehr als 10 Jahren ist das Gebiet rund um den Magdeburger Platz – zwischen Landwehrkanal und Kurfürstenstraße, sowie zwischen Lützowplatz und Gleisdreieck – nicht nur weiterhin ein Stadtteil mit besonderem Entwicklungsbedarf, sondern auch ein Quartier mit außerordentlichen Entwicklungspotentialen und mittlerweile mit deutlich sicht- und spürbaren Verbesserungen.
mitte(n)dran im Herzen Berlins und in direkter Nachbarschaft zum Botschaftenviertel, Kulturforum und den Geschäftsbauten des Potsdamer Platzes entwickelt sich unser Quartier wieder zum bedeutsamen Kultur- und Medienstandort (°mstreet). Immer mehr Galerien, Kultureinrichtungen, Medienunter-nehmen und Hotels siedeln sich an. In der Flottwell- und Dennewitzstraße werden Wohnhäuser gebaut mit direktem Zugang zu einem neuen Park auf dem Gelände des ehemaligen Potsdamer Güterbahnhofs. Keine Rede mehr vom runter gekommenen Stadtteil.
Erinnern wir uns! Die Folgen der Wiedervereinigung brachten enorme Umbrüche für die Stadt. In unserem Stadtteil verschlechterten sich die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbereiche. Die lokale Wirtschaft schwächelte aufgrund sinkender Kaufkraft. Mieter, die es sich leisten konnten zogen weg ins Umland oder in die Randbezirke. Zuwanderer und Spätaussiedler zogen nach. Die Sozialstatistik registrierte für unser Gebiet Ende der 90er-Jahre überdurchschnittlich hohe Zahlen von Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeempfängern, sowie ein auffallend niedriges Durchschnittseinkommen.
Viel Ladenleerstand entlang der Potsdamer Straße und in den Seitenstraßen, anonyme Nachbarschaften, ungepflegtes Wohnumfeld mit Vermüllung von Straßen und Plätzen bis hin zu Verschmutzung und gar Vandalismus in den Hausfluren und Freianlagen der Wohnanlagen prägten das Bild. Angesichts der komplexen Problemlage entschloss sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung 1999 das Instrument Quartiersmanagement einzusetzen.
Mit der neuen Lösungsstrategie QM sollen die Lebenssituation der Bewohner verbessert und Entwicklungsprozesse angestoßen werden. Bestandteile des QM-Konzeptes sind die von der öffentlichen Hand eingesetzten Quartiersmanager mit den wesentlichen Aufgaben der Stadtteilkoordination, Organisation der Mitwirkung/Bewohneraktivierung, Projektinitiierung und einem Vorortbüro als Anlauf- und Beratungsstelle, sowie natürlich Geld – eingeteilt in Quartiersfonds 1 bis 3. Seit 1999 sind bisher 3,4 Mio 7 Fördermittel in das Quartier geflossen.
Im gesamten QM-Verfahren steht die Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt. Seit 2005 entscheidet ein gewählter Quartiersrat, bestehend aus 23 Mitgliedern – 12 Anwohner und 11 Vertreter aus Gewerbe, Institutionen, Vereinen – über die Vergabe der Fördermittel. Bewohner und Initiativen bringen Ideen und Projektvorschläge ein. Gemäß des alljährlich fortgeschriebenem Handlungskonzeptes werden die Schwerpunkte gesetzt.
Die Strategien und Ansätze des QM Magdeburger Platz bauen nicht nur auf das zusätzliche Geld auf, sondern setzt auf die Arbeit mit allen Akteuren Vorort und aus der Verwaltung. Mit vielen kleinen Schritten in allen Lebensbereichen können positive Veränderungen erreicht werden. Ziel ist es, stabile Nachbarschaften herzustellen. Dabei können die Quartiersmanager auf die inneren Kräfte und Potentiale des Quartiers vertrauen, um das Engagement und die Eigenverantwortung zu aktivieren und zu unterstützen. Zielgruppe sind alle, die im Quartier leben, arbeiten, Gewerbe treiben, Einrichtungen im Gebiet nutzen oder einfach Interesse am Gebiet haben.
Strukturdaten für Tiergarten Süd
Einwohner (2009) 8.456
1–35-jährige Anteil relativ hoch
mit Migrationshintergrund 56,3 %
Ausländeranteil [2.747] 32,5%
Deutsche mit Migrationshintergrund [2.011] 23,8%
Türkische Bürger, gefolgt von asiatischen (insbesondere Naher Osten) und Bürgern der ehemaligen Sowjetunion stellen die größten Ausländergruppen.
Arbeitslosigkeit 7,8 %
(etwas über dem Berliner Durchschnitt)
Transfereinkommen beziehen [2.240] 30,74%
- (Berlin 19,83%)
Kaufkraft 16.188,- 7/EW
(700,-€ unter Berliner Durchschnitt)








