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Reges Interesse am Thema „U-Bahnhof Magdeburger Platz“

Reges Interesse an der Idee "U-Bahnhof Magdeburger Platz"
Aufmerksame Zuhörer/innen bei der Diskussion von Für und Wider
Herr Schwenk vom Stadtteilverein erklärt, wie es weitergehen könnte

Ein U-Bahnhof mitten im Kiez am Magdeburger Platz – dass diese Idee viele Menschen interesierte, zeigte sich bei einer öffentlichen Veranstaltung am 20. Juni 2011: Der Stadtteilverein Tiergarten hatte eingeladen, und etwa 50 Anwoner/innen, Gewerbetreibende, Bezirkspolitiker und Abgeordnete waren gekommen, um sich über Sachstände und Möglichkeiten informieren zu lassen.
Auf dem Podium saßen Herr Schwenk vom Stadtteilverein und Herr Kaiservon der U-Bahn-Abteilung der BVG. Von der zuständigen Senatsverwaltung war niemand vertreten.

Nach einer kurzen Vorstellung der Räumlichkeiten – Treffpunkt war die Cafeteria des Krankenheims von Pro Seniore – durch Frau Dornieden aus der Leitung des Hauses legte Herr Schwenk die Beweggründe dar, wegen derer sich der Stadtteilverein des Themas angenommen hatte. Ein U-Bahnhof würde die Chance einer positiven Entwicklung rund um den Magdeburger Platz bieten – ein bislang eher unerschlossener Teil des Stadtteils wäre für Anwohner, Geschäftskunden und Arbeitnehmer leichter zu erreichen, ohne dass noch mehr Autos (im Fachchargon MIV, motorisierter Individualverkehr genannt) das innerstädtische Quartier belasten. Und so utopisch, wie es vielleicht erst einmal den Anschein haben mag, ist die Idee gar nicht: Schon seit den 70er-Jahren gibt es einen Tunnel vom Nollendorfplatz unter der Genthiner Straße bis zum Magdeburger Platz, bislang genutzt als „Aufstellgleis“ für U-Bahnen, die gerade nicht in Betrieb sind, und als Rangiermöglichkeit.

Noch sei ein U-Bahnhof Magdeburger Platz keine offizielle Planung, erklärte Herr Kaiser von der BVG; es gebe Vorüberlegungen, ohne dass schon in Details gegangen worden sei.
Wolle man einen neuen U-Bahnhof bauen, sei die einfachste Variante, eines der beiden Gleise am Kopfende des Tunnels zum Bahnsteig umzubauen und an den Bahnsteigenden jeweils Treppen bzw. Aufzüge nach oben zu bauen. Auf einer Mittelinsel käme man dann oben an, ähnlich wie beim Bahnhof Kurfürstenstraße. Seitliche Zugänge gleich auf den Bürgersteig zu bauen wäre wesentlich aufwändiger und teurer.
Welche Linie bis zur Kreuzung Genthiner und Lützowstraße verlängert werden sollte – die Linie 3 von Zehlendorf her kommend oder die 4 vom Innsbrucker Platz – sei noch nicht diskutiert worden.

Überwiegend wurde die Idee eines U-Bahnhofs Magdeburger Platz ausdrücklich begrüßt. Es gab aber auch kritische Stimmen: Würden mit dem Bahnhof nicht Drogenhandel und Kriminalität zusätzlich angezogen? Oder käme es womöglich zu einer Aufwertung des Gebiets, zu einer Steigerung der Wohnungsmieten und dadurch zur Verdrängung angestammter Bewohnerschaft?
Die anwesenden Gewerbetreibenden und Bezirkspolitiker sahen zwischen diesen Problemen und dem U-Bahnhof keinen unmittelbaren Zusammenhang. Die angesprochenen Entwicklungen tauchten unabhängig davon auf und müssten entsprechend angegangen werden. Der Abgeordnete Thomas Isenberg fand es gut, dass in dieser frühen Phase über das Vorhaben gesprochen wird: Für und Wider können so rechzeitig abgeklärt werden. Wenn das Vorhaben realisiert werden solle, brauche man die Zustimmung aller. An der Bezirkspolitik wird der U-Bahnhof nicht scheitern: Die BVV Mitte habe sich per Beschluss schon für einen U-Bahnhof ausgesprochen.

Nach der Diskussion fasste Herr Schwenk zusammen, wie es weitergehen kann. Wichtig sei das Einverständnis der Senatsverwaltung, die nach eine umfangreichen Prüfverfahren formal die BVG beauftragen müsste den U-Bahnhof zu bauen und den Betrieb der entsprechenden Linie zu verlängern.
Zeitlich gesehen wird so etwas „nicht gleich morgen“ geschehen: Bis zur Fertigstellung können fünf Jahre vergehen. 

text: MKlinnert/wolk; fotos: Helmut Knieper