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TRIALOG
Ute Gerdes
Bernhard Nürnberger
Mechthild Weisser
16.9. bis 10.10.2010
Meist kann man Werke von Künstlern nicht „einfach so“ in einer Ausstellung zusammen zeigen. Sie gehören a priori nicht zusammen. Bildende Künstler sind Einzelgänger. Sie malen, zeichnen, collagieren oder raspeln und feilen allein. Und ohne Worte. Sagt man. Sie gehen ihre eigenen Wege, suchen ihre eigenen Ziele, finden ihre eigenen Lösungen. Anders als das der anderen soll das Ergebnis der Arbeit sein. So soll es sein: Unverwechselbar. Kunstgegenstände sind – gegenständig.
Man muss etwas tun, damit es einen Sinn ergibt, dass die Werke der drei Künstler hier in einer Galerie sich gemeinsam zeigen. Das gilt besonders, da die Werke schon fertig waren, bevor der gemeinsame Auftritt verabredet wurde. Eine Gruppe von Arbeiten gar Teil eines abgeschlossenen Lebenswerkes ist. Die Künstlerin Ute Gerdes ist verstorben, die künstlerische Suche, das Finden sind definitiv beendet. Anlass des gemeinsamen Ausstellens ist das Anliegen von Mechthild Weisser, dem Werk ihrer Freundin und Kollegin eine ihm gemäße Würdigung zukommen zu lassen. Hommage à Ute Gerdes. Bernhard Nürnberger kommt als Bildhauer dazu.
Die Ausstellung zeigt endgültig Fertiges neben potenziell Unfertigem. Mechthild Weisser und Bernhard Nürnberger können noch weiter tun, theoretisch an jedem Werkstück etwas verändern. Das trennt sie eher, als dass es sie verbindet mit denen von Ute.
Was also tun, um eine Verbindung herzustellen? Die Werke selbst können das nicht leisten. Sie sind wie gewöhnliche Sachen und Gegenstände nicht in der Lage miteinander zu kommunizieren. Sie sind passiv. Sie sind stumm. Trotz ihrer Kunsthaltigkeit. Kunst ist noch kein Ausstellungskonzept. Die Gemeinsamkeit muss post festum erfunden werden. Auf einer anderen Ebene, nicht auf der Ebene der Dinge, der Kunstdinge.
Begriffe müssen her!
TRIALOG :
Das Wort könnte suggerieren, dass die Arbeiten der drei Künstler miteinander sprechen. Was sie ja nicht können. Die Künstler sprechen miteinander, tatsächlich und im Geiste, die Sprache baut Brücken zwischen den drei Beteiligten, öffnet den Blick auf das Andere und das Eigene, öffnet den Verstand.
INNEN & AUSSEN :
Diese Wörter verordnen den Gegenständen in der Ausstellung eine gemeinsame Kategorie.
Sie schlagen eine Thematik vor, einen Interpretationsansatz, ein Gesprächsthema für die Betrachter über das, was sie sehen. Die Betrachter in der Ausstellung können sie als Brücke zu den Werken nehmen, den einen oder andern Blick öffnen auf das Werk und auf den Gesprächspartner. Oder im Selbstgespräch mit sich über Innenräume, Außenräume, Körper und Oberflächen, In-sich-Gekehrtes und Außer-sich-Sein und so weiter. Ein weites Feld, kein Raum. Es kommt der Punkt, an dem die Begriffe und Kategorien nicht mehr tragen und der Blick zurückkehrt zum reinen Sehen – wenn es das überhaupt gibt. Dem Kunstgegenstand gegenüber stehen, sprachlos. Dann ist es am besten.
Dazu muss man in die Ausstellung kommen. Mit oder ohne Presseausweis.
Zeit mitbringen.
Kunst braucht Muße.
Malte Wienebüttel
Eröffnung
15.9.2010, 19.00 Uhr Es sprechen Sabine Schneider, 1. Vorsitzende VBK, und Michael Nungesser, Kunstwissenschaftler.
Werkgespräch
8.10.2010, 18.00 Uhr mit Mechthild Weisser und Bernhard Nürnberger
moderiert von Karin Rech und Videopräsentation der Kunstprojekte von Ute Gerdes und Mechthild Weisser in leerstehenden Räumen (Kunst Lassen, Berlin 1992, Kunst aus dem Koffer, Riga 1993, Kunst im Gut, Genshagen 1994.)
Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag 15 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 18 Uhr
Galerie des Vereins Berliner Künstler
Schöneberger Ufer 57 / 10785 Berlin







