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Stadttour »Historische Orte sichtbar machen«, Tour II - Von Bahntrassen, Straßen, Wohnhäusern und Brücken
2. Rogate-Konzert: Chor des Brahe-Gymnasiums Jünköpping
Vorwort Dr. Zöllner: Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik
"Je früher wir Kinder und ihre Familien stützen, ... desto größer ist die Chance zu nachhaltigem Erfolg!"
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Ergebnisse der PISA-Studien belegen unmissverständlich: Die Abhängigkeit zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft ist in Deutschland viel zu groß, wenngleich Berlin dabei noch vergleichsweise gut abschneidet. Diese Abhängigkeit ganz zu überwinden ist – nicht zuletzt angesichts der demographischen Entwicklung – die zentrale Herausforderung einer demokratischen Gesellschaft.
Ziel der Rahmenstrategie Soziale Stadtentwicklung des Berliner Senats ist es, eine landesweite, ressortübergreifende Handlungsstrategie zur Kompensation sozialer Benachteiligung zu entwickeln. Zunächst gilt es, Strukturen und Arbeitsformen herauszubilden, die unter dem Leitgedanken gemeinsamer regionaler Verantwortung die Akteure zusammenbringen, um Perspektiven für Kinder und Jugendliche zu schaffen.
Zur Verbesserung der Bildungsergebnisse ist mit dem neuen Schulgesetz ein umfassender Paradigmenwechsel eingeleitet worden: Eigenverantwortung der Schulen, vor allem der Verantwortung der Schulen für erfolgreiches Lernen ihrer Schülerinnen und Schüler sowie der Öffnung der Schulen zur Kooperation mit außerschulischen Partnern.
Der Schwerpunkt „Schulabbrecher – Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss“ und „Chancen auf eine berufliche Übergangsperspektive“ einschließlich der Themen Schuldistanz und Gewaltprävention soll besondere Beachtung in der Arbeit des Handlungsfeldforums finden. Dabei muss das präventive Handeln deutliche Priorität haben: Je früher wir Kinder und ihre Familien stützen, je früher wir Benachteiligung erkennen, je effektiver wir die Übergänge begleiten, desto größer ist die Chance zu nachhaltigem Erfolg!
Schule, Jugendhilfe und Quartiermanagement arbeiten bereits in vielen Stadtteilen sehr erfolgreich zusammen – diese Beispiele können Schule machen. Wir wollen systematisch regionale Bildungsverbünde schaffen und Verantwortungsnetze unter Beteiligung öffentlicher Partner, von Partnern der Wirtschaft sowie der Zivilgesellschaft aufbauen. Denn für die Entwicklung von Chancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche tragen alle Akteure einer Gesellschaft Mitverantwortung.
So auch in Tiergarten Süd. Hier bildete sich aus Kitas, den beiden Grundschulen, dem Gymnasium, der Bibliothek und dem offenen Lernhaus in beispielhafter Weise der Lokale Bildungsverbund (LBV) mit Unterstützung des Quartiersmanagements.
Diese aktuelle Vernetzung der Arbeit zielt auf Nachhaltigkeit: Nur dauerhafte Strukturen der Zusammenarbeit werden spürbare Erfolge zeitigen, die den Kindern und Jugendlichen aktive Teilhabe und Verantwortung in dieser Gesellschaft eröffnen.
Es grüßt Sie herzlich
Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin







