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Positive Zwischenbilanz des Brücke-Projekts
Das Lotsenprojekt „Die Brücke“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Zuwanderern und der Berliner Verwaltung im Bezirk Mitte.
In den einzelnen Quartiers- und Stadtteilmanagementgebieten sind verschiedene Projektteams tätig – außer hier bei uns in Tiergarten Süd gibt es auch noch Lotsen-Teams im Sprengelkiez, im Brunnenviertel und seit kurzem auch im Gebiet um die Ackerstraße.
Die Zusammensetzung der Lotsen in einem Team ist bewusst abhängig von der Migrantenstruktur im Kiez gewählt, um den Hilfesuchenden die Hemmungen zu nehmen und die Kontaktaufnahme zu den Lotsen zu erleichtern.
Sich mal austauschen, gegenseitig besser kennen lernen und gemeinsam überlegen, was das Projekt bislang schon alles gebracht hat, war Ziel eines Treffens im BVV-Saal des Bezirksamts am 24. September.
Zur Einleitung erläuterte Esra Aydin, Lotsin im QM-Gebiet Magdeburger Platz/Tiergarten Süd, stellvertretend die Erfahrungen mit der Arbeit in einem interkulturellen Team.
Da die Lotsen im Team miteinander Deutsch sprechen, konnten viele ihre Sprachkenntnisse deutlich verbessern.
Endlich wieder berufstätig sein und etwas wirklich Sinnvolles tun – das ist ein großes Erfolgserlebnis, das Selbstbewusstsein wächst ebenso wie das Verantwortungsbewusstsein und das Gefühl, hierher zu gehören.
Und dann wird man als Lotse ja auch noch schlau: In zahlreichen Fortbildungen haben die Lotsen das Rüstzeug für ihre Beratungstätigkeit erworben – Wissen, das ihnen natürlich auch im eigenen Alltag oder beim Gespräch mit Freunden und Nachbarn sehr gute Dienste leistet.
Klar ist, so zeigen die Statistiken schon für unseren Kiez ganz deutlich, dass das Beratungsangebot sehr gut ankommt:
In den vergangenen Monaten haben allein die Lotsen in Tiergarten Süd rund 200 Anfragen von Menschen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern gehabt – und in so gut wie allen Fällen konnten sie direkt weiterhelfen oder den Kontakt zu den entsprechenden Hilfe-Stellen vermitteln.
Die meisten Ratsuchenden sprachen Türkisch, gefolgt von Menschen aus arabischsprachigen Ländern, danach kamen in der Häufigkeit Leute aus den ehemaligen GUS-Staaten.
Die Frauen tun sich offenbar etwas leichter, Hilfe in Anspruch zu nehmen: Im Schnitt kamen auf sieben Frauen nur vier Männer.
Die meisten Probleme drehten sich nicht um die gesamt Familie, sondern um Einzelpersonen.
Einen sehr großen Raum nehmen vor anderen Themen die Probleme mit dem Jobcenter, mit der Grundsicherung oder auch mit den Finanzen in der Familienkasse ein.
Wichtig ist auch der ganz persönliche Weg zu den Lotsinnen und Lotsen: Die große Mehrheit der Hilfesuchenden waren durch Mundpropaganda oder den Brücke-Flyer in ihrem eigenen Briefkasten auf die Beratungsmöglichkeit aufmerksam geworden.
Zusammenfassend zogen alle Lotsen-Teams eine positive Bilanz des Brücke-Projekts: Den Lotsen wurde großes Vertrauen entgegengebracht, so dass die zahlreichen Migranten, die seit der Projektlaufzeit die Hilfe der Lotsen in Anspruch genommen haben, in den meisten Fällen gut beraten werden konnten.
Was in Zukunft aus dem Projekt wird, ist noch unklar.
Jedoch haben alle Lotsen seit Projektstart einen großen Beitrag für die Integration von Migranten in ihrem Kiez geleistet und aufgezeigt, wie wichtig ihre Integrationsarbeit ist.









